Einleitung zu meinem Buch "MEMORIES"

Vorwort

Nach der Besetzung Tibets von China floh seine Heiligkeit der Dalai Lama 1959 ins Exil nach Indien.

Tausende seiner Landsleute folgten ihm, in der Hoffnung, bald wieder in ihre Heimat zurückkehren zu können. Sie waren jung, voller Tatenkraft, bereit hart zu arbeiten. Die Flüchtlinge hatten es jedoch schwer, sich auf die Lebensumstände in Indien einzustellen.

Sie arbeiteten im Straßenbau, hunderte von ihnen starben in den ersten Monaten - die Hitze, der Monsun, die andere Ernährung - all das machte ihnen schwer zu schaffen.

Viele waren das Leben als Nomaden gewohnt, es galt, sich ein neues, anderes Leben in Indien aufzubauen. Ein ungewohntes Leben, in einer ungewohnten Umgebung.

Die Zeit verging, immer mehr Menschen kamen aus dem besetzten Tibet. Das Leben im Exil wurde strukturierter, organisierter, die Mühe und die harte Arbeit dieser Menschen lohnte sich.

Doch die Hoffnung, bald "nach Hause" zurückkehren zu können war stets gegenwärtig. Das Heimweh oft groß, die Sehnsucht nach dem "anderen" Leben und nach der Familie unbändig, die Liebe zu der verlassenen Heimat stark.

50 Jahre sind nun vergangen. Die Menschen, die um 1959 flohen sind alt geworden und sie leben noch immer im Exil in Indien. Sie haben viel geleistet, viel entbehrt und auf viel verzichtet.

Die Erinnerung an ihre Heimat verblasst, doch die Sehnsucht, sie noch einmal zu sehen ist stets vorhanden, ebenso wie die Gewissheit, dass dies nur ein Wunsch bleiben wird. Krank, gebeugt, von der harten Arbeit gezeichnet, leben diese Menschen nach wie vor im Exil und haben dazu beigetragen, dass das Leben in der tibetischen Gemeinschaft heute gut funktioniert.

Wenn diese Menschen von uns gehen, werden die letzten Zeitzeugen eines freien Tibets verschwinden. Doch ihre Geschichten und ihr Andenken werden in unseren Herzen weiterleben.

Memories

Mein Buch - MEMORIES - möchte ich diesen Menschen in tiefem Respekt widmen.

Judith Mauritz

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