Newsletter Jänner 2010

Liebe Freunde und Mitglieder von Brücke Ost-West!

Leider sind die Ferien viel zu schnell vergangen und ich bin schon wieder zurück von meiner Reise nach Indien. Auch dieses Mal konnte ich das, was ich mir vorgenommen habe durchführen und alles ist gut gelaufen.

Drei verschiedenen Destinationen waren für die eye-camps geplant:

Zuerst fuhr ich nach Herberpur - in der Nähe von Derahdun in ein tibetisches Altersheim. Dort leben nur Männer zusammen. Sie alle dienten nach ihrer Flucht in der indischen Armee, wurden als Grenzposten im Himalaya eingesetzt und kämpften im Krieg gegen Bangladesh. Sie alle haben keine Familie und sind ganz allein auf sich gestellt. Sie waren alle sehr freundlich und ich wurde dort sehr willkommen geheißen. Ich übernachtete auch im Altersheim (da musste ich schon schmunzeln, noch dazu als einzige Frau weit und breit), wurde ständig mit Tee und Essen verwöhnt und ich fühlte mich dort sehr wohl.
Zuerst gab es einen Sehtest, der indische Doktor, der auch im August für den Verein tätig war, kam auch diesmal zu all unseren Destinationen. Diesmal nahm er aber auch noch seinen Bruder mit, da es alleine in dieser kurzen Zeit nicht machbar gewesen wäre. Im Altersheim wurden 83 Leute mit einer Brille versorgt (inklusive einiger Tibeter die im nahe liegenden Settlement wohnen).

Die zweite Station war ein tibetisches Settlement namens Dekyiling. Das eye-camp war bereits angekündigt und die Leute kamen mit dem Bus von überall her, auch aus anderen Heimen und einem anderen Settlement. Ich war überwältigt und überrascht, wie gut alles funktionierte. An diesem Tag kamen 354 Leute!

Die dritte Station war ein sehr abgelegenes tibetisches Dorf namens Dolanji. Manchmal war ich mir auf meinen Reisen nicht mehr ganz sicher, in welchem Land ich mich hier eigentlich befinde und wo ich wirklich bin.
Dort wurden 27 alte Menschen untersucht. Diese Menschen sind so einfach und bescheiden, das berührt mich sehr!

Insgesamt bekamen 464 alte Menschen Brillen, davon 92 zwei Paar Gläser, für nah und fern.
Bei der Verteilung der Brillen war es für mich etwas ganz besonderes, die alten Leute zu beobachten, wie sie um sich schauen, wie erstaunt sie sind, was sie alles wieder sehen können, diese Freude in ihren Gesichtern, ihr Lachen und ihre große Dankbarkeit, für dieses Geschenk, wieder sehen zu können.

Insgesamt verteilten wir 556 Brillen, das war nur durch die Mithilfe vieler hier im Westen möglich, durch Sammelaktionen von Brillen und Spenden. Dafür ein besonders großes DANKE!!!!

Ein großes Dankeschön geht auch an Herrn Dorjee Tsering (Njing Jay Yul), der die ganze Vorarbeit geleistet hat. Viele Amtswege, viele Briefe und Telefonate sind notwendig, um so ein Projekt offiziell anzumelden und durchzuführen.
Ohne seine Hilfe und Mitarbeit wäre all das für mich nicht so einfach umzusetzen. Dazu kommt, dass die Zeit, die ich diesmal in Indien war, nicht ausreichte, um alle Brillen auch noch verteilen zu können. Nach meiner Abreise hat Dorjee das Projekt zu Ende geführt und alle Brillen verteilt.

Im letzten Settlement wurden auch 50 Gehstöcke verteilt. Sie freuten sich so natürlich wie Kinder, dass sie sich wieder besser fortbewegen können.
Ich bin über diese Freude immer sehr gerührt.

Weiters bekommen 10 Leute finanzielle monatliche Unterstützung für Medikamente und der Gehalt für eine Krankenpflegerin im Altersheim in Südindien wurde für die nächsten 6 Monate weiterbezahlt.

Ich freue mich wirklich sehr und ich bin sehr dankbar dafür, dass diese Brücke, die ich begonnen habe aufzubauen, immer stabiler, größer, verbindender und tragender wird.

DANKE an ALLE, die das unterstützen und damit ermöglichen!!!!

Tashi Delek und alles Liebe

Judith
Judith Mauritz

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Ein besonderes Dankeschön

Meinen ganz besonderen Dank möchte ich hiermit der Firma ARORA Optical aus Chandigarh aussprechen, die sich für ihre besonders gute Zusammenarbeit auszeichnet.

Diese Firma hat sich auf unsere Anfrage hin spontan dazu entschieden, die Sehtests in tibetischen Settlements durchzuführen und die Gläser anzufertigen. Es ist für sie auch selbstverständlich, die mitgebrachten, gesammelten Brillenfassungen und nicht ihre Fassungen zu verwenden. Bereits im August kam ein Sohn des Familienbetriebes Arora mit seiner Gattin nach Dharamsala. Anschließend erklärten sie sich bereit, auch im Dezember und Jänner mit uns in weiteren tibetischen Settlements in Derahdun zu arbeiten. Es halfen auch noch zwei weitere Söhne mit, da diesmal weitaus mehr alte Leute zu den eye camps kamen. Alles hat bestens funktioniert, die alten Menschen waren alle sehr glücklich und zufrieden mit ihren neuen Brillen.

Die Zuverlässigkeit, das Einhalten von Terminen und Vereinbarungen, die unkomplizierte Zusammenarbeit und auch das Verständnis für die Arbeit des Vereins, sind besonders erwähnenswert.

Mich persönlich freut es, dass es möglich ist, auch hier eine Brücke zu schlagen, welche die indische, tibetische und europäische Arbeits- und Denkweise verbindet.

Ein weiters eye camp im Juli in Ladakh ist bereits in Planung.

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