Newsletter April 2010

Die Osterferien sind leider viel zu schnell vergangen und ich bin schon wieder aus Indien zurück. Wie immer kehre ich mit vielen berührenden Eindrücken und Erlebnissen zurück. Diesmal ging meine Reise auch in den Norden Indiens, nach Shimla, in ein sehr abgelegenes Altersheim.

Die alten Menschen leben dort sehr bescheiden und einfach, für uns kaum vorstellbar. Sie hatten schon lange keinen Besuch aus dem Ausland und ich wurde herzlich und freundlich willkommen geheißen und sehr verwöhnt!!!!

Auch dieses Mal war ein eye camp geplant. Unser indischer Arzt kam wie vereinbart und bei allen 35 Heimbewohnern wurde ein Sehtest gemacht.

Diesmal kam auch noch bei einigen ein Hörtest hinzu. Das war für diese alten Menschen etwas ganz besonders Neues.

Was mich immer wieder beeindruckt ist, wie geduldig die alten Leute warten und wie dankbar und glücklich sie sind. Ihre Zufriedenheit, ihr freundliches Lächeln und ihre Bescheidenheit berühren mich jedes Mal aufs Neue. Diese Begegnungen sind für mich etwas ganz besonderes und ich bin dafür sehr dankbar.

Alle Heimbewohner bekamen einen neuen Gehstock, insgesamt wurden 56 Brillen und 8 Hörgeräte verteilt.

Wieder gut sehen zu können war für diese Menschen schon ein kleines Wunder, und wie viel mehr, auch wieder hören zu können!!

Eine Mola (Oma) lachte und weinte zugleich, sie konnte es gar nicht fassen, wieder hören zu können.

Eine andere Omi bekam einen Rollstuhl, sie lag die letzten 2 Jahre nur im Bett.

Ein Pola (Opa) erhielt einen Rolator, er war sehr glücklich. Weiters wurden noch 3 Sitztoiletten, ein spezieller Gehstock, Batterien für die Hörgeräte und eine Tragbahre angeschafft.

Dieses Altersheim bekommt keinerlei besondere Unterstützung und deshalb ist es auch nicht möglich, diese alten Menschen mit solchen Hilfen zu versorgen.

Sie freuten sich, wenn ich in ihre Zimmer kam und mich zu ihnen aufs Bett setzte, ein Foto machte oder sie einfach nur anlächelte.

Die Geschichte von Phuwang dem Musiker

Der älteste Heimbewohner (88) beeindruckte mich am allermeisten. Er spielte mir auf seinen selbstgebauten Instrumenten vor.

Die Geschichte von Phuwang dem Musiker...

Bevor ich wieder abreiste, wurde ich in den Gebetsraum geladen und ganz besonders lieb verabschiedet. Ein Opa weinte, weil er es nicht glauben konnte, dass ich von so weit her komme, um ihnen zu helfen.

Ich musste versprechen, wieder zu kommen - dieses Versprechen werde ich auch ganz sicher halten!!!!

 

Letter

Tashi Delek - Glück und Segen

Judith Judith Mauritz

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