Newsletter Jänner 2011

Meine letzte Reise führte wieder ins Altersheim in Shimla und es war für mich eine ganz besondere Reise. Es war Weihnachten – Weihnachten einmal ganz anders.

Als ich letzten April in diesem Altersheim war und das eye-camp durchgeführt wurde, versprach ich, wieder zu kommen. Diese alten Menschen haben mich ganz besonders berührt und ich habe mir vorgenommen, dieses Altersheim weiterhin, so gut wie nur möglich, zu unterstützen. In diesem Altersheim leben 37 alte Menschen und 5 Personen Personal.

Zuallererst war es mir ein Anliegen, eine Heizung zu besorgen. Da das Altersheim bereits auf 2000m Höhe liegt, ist es dort im Winter sehr kalt und oft schneit es auch. Die Menschen haben dort keine Heizung und mir wurde mitgeteilt, dass es immer wieder vorkommt, dass die alten Menschen im Schlaf einfach erfrieren.

Die beste und schnellste Möglichkeit war eine Gasheizung, da der Strom im Winter dort oft ausfällt. Im Aufenthaltsraum, in dem gegessen und gebetet wird haben es die Leute nun schön warm. Ich habe veranlasst, dass die Heizung bereits im Oktober installiert wird, da es zu dieser Zeit bereits anfängt, kalt zu werden.

Weiters wollte ich den Menschen Dinge besorgen, die sie warm halten: warme Hausschuhe, dicke, flauschige Decken, Winterjacken und warme Hosen.

Dank der vielen lieben Spenden vor Weihnachten war es möglich, all diese Dinge zu besorgen.

Da es in Indien keine besonders warmen Hausschuhe gibt, besorgten wir die Hausschuhe hier in Österreich – in Osttirol- besonders warm, mit dicker Sohle und gefüttert. Die Spende vieler lieber Menschen aus Innervillgraten (Osttirol) ermöglichte es, diese besonderen Hausschuhe kaufen zu können.

Der Rest wurde in Indien eingekauft. So kamen wir mit Sack und Pack im Altersheim an.

Wir wurden schon erwartet und die Freude war auf beiden Seiten sehr groß.

Die alten Menschen sind so glücklich über ihre neue Heizung, sie genießen es, sich dort aufzuwärmen und tagsüber im Warmen sein zu können. Ihre Gelenksschmerzen haben sich sehr vermindert. Natürlich musste ich mir die Heizung gleich ansehen und war selbst überrascht, wie warm es in diesem großen Raum war. Die Heizperiode wird bis März dauern und bis dahin wurde auch schon das nötige Gas besorgt und bezahlt.

Ich habe den alten Menschen dort erklärt, dass wir in Österreich Weihnachten feiern und uns beschenken und Freude bereiten.

Sie waren sehr gerührt, als sie ihre Geschenke bekamen und konnten es gar nicht glauben, auf einmal so viel zu bekommen.

Natürlich bestand ich auch auf ein besonderes Weihnachtsessen. Das Festessen der Tibeter sind Momos (gefüllte Teigtaschen). Also haben wir gemeinsam Momos gekocht, was sehr viel Arbeit ist, aber gemeinsam sehr viel Spaß macht. Für die bei uns üblichen Weihnachtskekse habe ich natürlich auch gesorgt. Dieses Festessen war sehr gemütlich und lieb.

Es ist für mich jedes Mal wunderschön, miterleben zu dürfen, wie sehr sich diese alten Menschen freuen können, wie bescheiden, dankbar und demütig sie sind.

Mit ihnen zusammen sein zu können ist für mich ein ganz besonderes Geschenk und ich habe sie alle sehr in mein Herz geschlossen. In dieser Zeit muss ich ständig mit meinen Tränen kämpfen, da mich dies alles sehr bewegt.

Auch ich bekam ein Weihnachtsgeschenk, welches mich zutiefst gerührt hat – eine Gebetsmühle für den Garten.

Der Abschied viel mir schwer, doch natürlich versprach ich auch diesmal, wieder zu kommen.

Ich freue mich schon jetzt, die alten Leute im Juli wieder zu sehen.

Das alles ist aber nur möglich, weil mich so viele liebe Menschen unterstützen!!!

VIELEN, VIELEN DANK AN ALLE!!!!

Viel Glück im Neuen Jahr und alles Liebe – Tashi Delek
Judith

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